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Ostwalz

Was soll das eigentlich? Und warum durch Ostdeutschland?

Wortwalz
Bei Handwerkern hat die Walz eine lange Tradition. Seit Jahrhunderten schon gehen junge Handwerksgesellen auf Wanderschaft. Sie ziehen von Betrieb zu Betrieb und lernen neue Techniken und Arbeitsweisen.

Auch Journalismus ist ein Handwerk. Wir Journalist*innen müssen lernen, gerade Sätze zu schreiben, gute Fragen zu stellen, an die richtigen Orte zu gehen. Wir müssen zuschauen, ausprobieren und üben.

Zwei Jahre lang habe ich an der Evangelischen Journalistenschule gelernt, und nun mache ich es wie die Handwerker: Ich gehe auf Walz, auf Wortwalz. Ich ziehe von Ort zu Ort und biete meine Dienste an, als wandernder Journalist in Lokalredaktionen.

Ich bin nicht der erste Wandergeselle im Journalismus. Jessica Schober aus München ist schon vor einigen Jahren durch Deutschland getippelt. Hier geht es zu ihrer Website.

Ostwalz
Ich bin in Westdeutschland geboren und aufgewachsen. Wenige Monate nach meiner Geburt beschlossen Politiker die Wiedervereinigung und damit hätte die Geschichte von West- und Ostdeutschland eigentlich zu Ende sein können. Ist sie aber nicht. Denn 30 Jahre nach dem Mauerfall fühlt sich dieses Land noch immer an wie geteilt.

Es gibt keine ostdeutschen Bundesrichter, keine ostdeutschen Hochschulrektoren, kaum ostdeutsche Abteilungsleiter in den ostdeutschen(!) Landesregierungen. In den überregionalen Medien arbeiten nur wenige ostdeutsche Journalisten. Beschäftigte in den ostdeutschen Bundesländern verdienen rund 32 Prozent verdienen weniger als jene im Westen.

Ich möchte dieses Land kennen lernen und auch meine eigene Herkunft kritisch hinterfragen und deshalb trampen und wandern, auf Sofas übernachten und in Vorgärten zelten. Ich möchte auf die Menschen angewiesen sein und mit ihnen ins Gespräch kommen. Ich möchte keine Klischees reproduzieren, sondern Geschichten von Menschen erzählen.

Und ich habe viele Fragen: Wie war ihr Leben früher? Wie ist es heute? Wie geht die
ostdeutsche Erzählung der Wiedervereinigung? Wie ist der ostdeutsche Blick auf das
Land?